Dieser Zimt Kuchen duftet schon im Ofen nach Gemütlichkeit: weicher Rührteig mit viel Zimt und obenauf eine knusprige Schicht aus Zimt, Zucker und Butter. Die Kruste karamellisiert leicht und knackt beim Reinbeißen ganz fein. Dazu kommt ein Teig, der mit Milch und Butter schön saftig bleibt. Wer Zimt liebt, sollte diesen Kuchen unbedingt einmal gebacken haben.

Es gibt Kuchen für den Sommer und Kuchen für die dunkle Jahreszeit, und dieser hier gehört eindeutig in den Herbst und Winter. Wenn es draußen grau ist und früh dunkel wird, wirkt der Duft von warmem Zimt wie eine kleine Umarmung. Ich backe ihn am liebsten an einem Sonntagnachmittag, wenn sowieso alle zu Hause sind. Dann steht er noch lauwarm auf dem Tisch und der erste Anschnitt verschwindet schneller, als ich schauen kann.
Viele Zimtkuchen sind mir zu dezent, da wurde mit dem Gewürz gegeizt, bis man es nur noch ahnt. Dieser hier trägt seinen Namen zu Recht: Zimt steckt im Teig und noch einmal kräftig in der Kruste. Er bleibt dabei immer angenehm und wird nie scharf oder bitter, weil Zucker und Butter die Würze weich einbetten. Wer sich durch die Saison backen möchte, findet in den Herbstliche Kuchen Rezept noch mehr warme Gewürzideen mit Apfel und Nuss.
Der wichtigste Handgriff kommt ganz am Ende: Die Butter für die Kruste wird geschmolzen und langsam über den fertig gebackenen, noch heißen Kuchen geträufelt. Erst danach streust du den Zimt-Zucker darüber, der in der Butter leicht festbackt und diese besondere Knusperschicht bildet. Lässt du die Butter weg, rieselt dir die Mischung beim Schneiden nur davon. Also bitte nicht abkürzen, dieser kleine Schritt ist das ganze Geheimnis.
Warum Zimtfans diesen Kuchen vergöttern
Zimt kommt in den Teig und in die Kruste, so schmeckt wirklich jedes Stück danach. Der ganze Flur duftet beim Backen wie eine Weihnachtsbäckerei. Selbst Nachbarn haben schon freundlich angeklopft.
Die Schicht aus Butter, Zucker und Zimt wird im heißen Ofenklima leicht karamellig. Sie knackt beim Kauen ganz leise und gibt einen schönen Gegensatz zum weichen Teig. Dieses Spiel aus knusprig und saftig macht süchtig.
Milch und Butter halten die Krume fein und feucht, ohne dass der Kuchen schwer wirkt. Er schmeckt auch am dritten Tag noch frisch aus der Dose. Ein echter Kuchen für die ganze Woche.
Alles steht im normalen Vorratsschrank, allen voran natürlich der Zimt. Kein Konditor-Besuch, keine exotischen Gewürzmischungen nötig. Wer backen will, kann sofort loslegen.
Ob Kaffee, Kakao oder Gewürztee – dieser Kuchen findet zu allem seinen Platz. Er ist süß genug als Dessert und mild genug zum Frühstück. So ein Alleskönner fehlt in vielen Rezeptsammlungen.
Zimt gilt nicht umsonst als das Gewürz für kalte Tage. Ein Stück davon, eine Decke und ein gutes Buch, mehr braucht ein Novemberabend nicht. Gemütlicher wird es kaum.
Zutaten und wichtige Hinweise
Zimt – Ceylon oder Cassia
Ceylon-Zimt schmeckt feiner und süßlicher, Cassia-Zimt kräftiger und schärfer. Für diesen Kuchen funktionieren beide, nimm einfach, was du im Schrank hast und magst. Wichtig ist nur, dass das Pulver nicht uralt ist, denn altes Zimtpulver verliert fast sein ganzes Aroma.
Butter in zwei Rollen
Ein Teil der Butter kommt weich in den Teig und sorgt für den feinen Geschmack. Der Rest wird geschmolzen und bildet mit dem Zimt-Zucker die Kruste auf dem heißen Kuchen. Halte beide Butterportionen getrennt bereit, damit du in der heißen Phase nicht abwiegen musst.
Brauner Zucker für die Kruste
Brauner Zucker karamellisiert etwas tiefer und gibt der Kruste eine schöne Farbe. Weißer Zucker geht auch, wird aber heller und etwas weniger malzig. Eine Mischung aus beiden Sorten ist ein guter Mittelweg.
Milch für die Saftigkeit
Die Milch im Teig verhindert, dass der Kuchen trotz der vielen trockenen Zutaten staubig wird. Sie sollte Zimmertemperatur haben, damit der Teig geschmeidig bleibt. Ein Schuss mehr ist kein Problem, der Teig verträgt eine weiche Konsistenz.
Eine Prise Salz nicht vergessen
Salz klingt in einem süßen Kuchen erst einmal falsch, hebt aber die Zimtnote deutlich an. Ohne Salz schmeckt der Kuchen flacher und eindimensionaler. Ein halber Teelöffel genügt völlig und salzig schmeckt danach gar nichts.
So gelingt Zimt Kuchen Rezept
Form und Ofen startklar machen
Stelle den Ofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze ein. Lege eine Springform mit 26 cm Durchmesser am Boden mit Backpapier aus und fette den Rand. Halte dir alle Zutaten für Teig und Kruste getrennt bereit, später geht es am Ende zügig.
Butter und Zucker cremig rühren
Schlage die weiche Butter mit dem Zucker und dem Vanillezucker etwa 4 Minuten lang, bis die Masse hell und luftig ist. Gib die Eier einzeln dazu und rühre jedes gut unter. Diese Basis entscheidet über die spätere Lockerheit, also nimm dir hier ruhig die Zeit.
Trockene Zutaten mit Zimt mischen
Verrühre Mehl, Backpulver, 2 Esslöffel Zimt und das Salz in einer zweiten Schüssel. So verteilt sich das Gewürz gleichmäßig und es gibt keine dunklen Zimtnester im Teig. Rühre die Mischung abwechselnd mit der Milch nur kurz unter die Buttermasse.
Teig backen
Fülle den Teig in die Form und streiche ihn glatt, damit die Kruste später überall gleich dick wird. Backe den Kuchen 40 bis 45 Minuten auf mittlerer Schiene. Er sollte goldbraun sein und auf leichten Fingerdruck in der Mitte sanft zurückfedern.
Kruste auf dem heißen Kuchen aufbauen
Schmelze die restliche Butter kurz vor Backende. Mische den braunen Zucker mit dem übrigen Esslöffel Zimt in einer kleinen Schüssel. Träufle die flüssige Butter langsam über den frisch gebackenen, noch heißen Kuchen und streue sofort den Zimt-Zucker gleichmäßig darüber. Die Mischung verbindet sich mit der Butter und wird beim Abkühlen schön knusprig.
Auskühlen lassen und anschneiden
Lasse den Kuchen mindestens 30 Minuten in der Form stehen, damit die Kruste fest werden kann. Löse dann vorsichtig den Springformrand, ohne an der Kruste zu reiben. Am besten schneidest du mit einem Sägemesser in ruhigen Zügen, dann bleibt die Schicht heil.
Wenn du den Zimtduft noch verstärken willst, lege die Krustenschicht doppelt an: die Hälfte der Butter und Mischung nach der Hälfte der Backzeit, den Rest am Ende. Das klingt aufwendig, gibt aber eine besonders dicke, knusprige Decke. Für den Alltag reicht die einfache Variante völlig aus.
Häufige Fragen
Kann ich den Zimtkuchen auch im Thermomix vorbereiten?
Den Teig kannst du in einem Küchengerät mit Rühreinsatz problemlos anrühren, achte nur auf kurze Rührzeiten nach dem Mehl. Wer lieber alles in einem Gerät macht, findet in unserem Schneller Kuchen Thermomix Rezeptwelt Rezept genaue Stufenangaben für Rührteige. Die Kruste wird in beiden Fällen von Hand aufgestreut.
Warum ist meine Kruste weich statt knusprig?
Wahrscheinlich war der Kuchen beim Bestreuen schon zu kalt oder es fehlte an Butter. Die Butter ist der Kleber und Träger der Kruste, bei ihr darfst du nicht sparen. Stelle den bestreuten Kuchen notfalls noch einmal für 3 Minuten in den heißen, ausgeschalteten Ofen.
Welcher Zimt ist besser, Ceylon oder Cassia?
Ceylon-Zimt ist milder und gilt als die feinere Sorte, Cassia schmeckt intensiver und leicht scharf. Für Kinder nehme ich lieber Ceylon, für echte Zimtfans darf es Cassia sein. Achte bei Cassia nur darauf, nicht noch mehr als angegeben zu nehmen.
Kann ich Nüsse in den Teig geben?
Gehackte Walnüsse oder Haselnüsse passen hervorragend zum Zimt. Gib etwa 80 g davon mit dem Mehl in den Teig, dann sinken sie nicht alle auf den Boden. Die Kruste bleibt dabei unverändert obenauf.
Wie lange ist der Kuchen haltbar?
In einer Dose bei Zimmertemperatur bleibt er vier bis fünf Tage saftig und aromatisch. Er muss nicht in den Kühlschrank, dort würde die Kruste nur weich werden. Zum Einfrieren eignet er sich in Stücken ebenfalls sehr gut.
Aufbewahren und Aufwärmen
Im Kühlschrank
Der Kühlschrank ist für diesen Kuchen nicht die erste Wahl, weil die Zimtkruste dort Feuchtigkeit zieht. Wenn es sein muss, lagere ihn gut verschlossen und nimm ihn rechtzeitig heraus. Bei Zimmertemperatur in der Dose bleibt er deutlich besser.
Einfrieren
In Stücke geschnitten und einzeln verpackt hält er sich im Gefrierfach etwa drei Monate. Lege Backpapier zwischen die Stücke, damit die Krusten nicht aneinanderkleben. Auftauen geht über Nacht im Kühlschrank oder in zwei Stunden auf der Arbeitsplatte.
Aufwärmen
Zehn Minuten bei 140 Grad im Ofen machen die Kruste wieder knusprig und den Teig duftend. Die Mikrowelle erwärmt zwar schnell, macht die Kruste aber weich. Lauwarm serviert entfaltet der Zimt sein volles Aroma.
Variationen
Mit Apfelwürfeln
Zwei fein gewürfelte Äpfel im Teig machen den Kuchen fruchtiger und erinnern an Bratapfel. Die Backzeit verlängert sich um etwa 5 Minuten. Wer die Kombi mag, sollte sich auch den Apfel-Zimt-Kuchen ansehen.
Zimt und Kardamom
Ein halber Teelöffel gemahlener Kardamom im Teig gibt dem Kuchen eine feine, skandinavische Note. Das erinnert an schwedische Zimtknoten, nur eben als Kuchen. Zimt bleibt dabei klar der Hauptdarsteller.
Als Muffins gebacken
Verteile den Teig auf zwölf Muffinförmchen und backe sie nur 20 bis 22 Minuten. Die Kruste kommt wie gewohnt auf die noch heißen Muffins. Perfekt für die Brotdose, den Basar oder das Büro.
Gut zu wissen
Zimt gehört zu den ältesten Gewürzen überhaupt und wurde früher sogar mit Gold aufgewogen. Für diesen Kuchen darfst du trotzdem großzügig sein, denn ohne ordentlich Zimt wäre er nur ein halber Zimtkuchen. Achte beim Kauf auf frisches Pulver: Riecht die Dose kaum noch, ist das Aroma weitgehend verflogen und du brauchst entsprechend mehr. Gelagert wird Zimt am besten dunkel und trocken, dann hält er viele Monate seine Würze.
Zum Weiterlesen lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Ceylon- oder Cassia-Zimt liefert viele nützliche Details. Die Infos runden das Rezept perfekt ab.
Was passt dazu?
Dazu gehört für mich ein heißer Gewürztee oder ein Kaffee mit aufgeschäumter Milch, in die du eine winzige Prise Zimt streust. Wer es festlicher mag, serviert eine Kugel Vanilleeis neben dem lauwarmen Stück, das schmilzt herrlich in die Kruste. Auch ein Klecks Schlagsahne mit etwas Zimt obendrauf macht aus dem Alltagskuchen ein kleines Dessert. Und für den nächsten Tag: Ein Stück in der Brotdose ist der zuverlässigste Stimmungsaufheller im Büro.
Zimt Kuchen Rezept
Saftiger Rührkuchen mit viel Zimt im Teig und knuspriger Zimt-Zucker-Kruste obenauf. Warm, würzig und wunderbar gemütlich.
Zutaten
- 200 g weiche Butter (für den Teig)
- 180 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 3 Eier (Größe M)
- 300 g Mehl
- 2 TL Backpulver
- 2 EL Zimt (für den Teig)
- ½ TL Salz
- 150 ml Milch
- 50 g Butter, geschmolzen (für die Kruste)
- 3 EL brauner Zucker (für die Kruste)
- 1 EL Zimt (für die Kruste)
Zubereitung
- Ofen auf 175 Grad vorheizen, Springform (26 cm) mit Backpapier auslegen und Rand fetten.
- Butter, Zucker und Vanillezucker hell und cremig schlagen, Eier einzeln unterrühren.
- Mehl, Backpulver, Zimt und Salz mischen und abwechselnd mit der Milch kurz unterrühren.
- Teig in die Form füllen und 40–45 Minuten backen.
- Restliche Butter schmelzen, braunen Zucker mit Zimt mischen.
- Butter über den heißen Kuchen träufeln und sofort den Zimt-Zucker darüberstreuen.
- Mindestens 30 Minuten abkühlen lassen, dann vorsichtig anschneiden.
Hinweise
Die Kruste immer auf den heißen Kuchen geben und mit Butter arbeiten, sonst rieselt sie beim Schneiden ab. Ein Sägemesser schont die knusprige Schicht.




