Marillen Kuchen Rezept – österreichisch mit Streusel

Obstkuchen

Dieser Marillen Kuchen ist der Sommerkuchen der Wachau schlechthin: ein saftiger Rührteig vom Blech, dicht belegt mit halbierten Marillen und gekrönt von knusprigen Butterstreuseln. Die Früchte werden im Ofen weich, leicht süß und geben dem Kuchen seine feine Säure. Weil alles auf einem Blech passiert, gelingt der österreichische Marillenkuchen auch Anfängern sicher. Ein Kuchen, der nach Urlaub, Sonne und Donauluft schmeckt.


Marillenkuchen mit Streuseln vom Blech

Der Marillenkuchen gehört in Österreich zum Sommer wie der Heurige zum Herbst. Gebacken wird er traditionell auf dem Blech, damit viele Stücke für Familie, Nachbarn und Gäste zusammenkommen. Die Wachau an der Donau ist berühmt für ihre Marillen, die dort besonders aromatisch und süß werden. Wer keine Marillen bekommt, findet mit unserem Kuchen mit Pfirsich Rezept einen nahen Verwandten, denn Pfirsiche funktionieren im Rührteig fast genauso gut.

Viele Marillenkuchen sind entweder zu trocken, oder die Früchte machen den Boden matschig. Dieser Teig ist bewusst etwas fester gerührt, damit er den Saft der Marillen gut aufnimmt. Die Butterstreusel bilden eine knusprige Decke, die den weichen Früchten einen schönen Kontrast gibt. So bleibt jedes Stück saftig, aber niemals schwer oder durchweicht.

Entscheidend ist die Reife der Marillen: Sie sollten duften und auf leichten Druck nachgeben, aber noch nicht weich sein. Zu harte Früchte bleiben sauer, zu reife verlieren im Ofen ihre Form. Lege die Hälften immer mit der Schnittfläche nach oben auf den Teig. So läuft der Saft in den Kuchen statt aufs Blech, und die Haut hält die Frucht zusammen.

Warum du diesen Marillenkuchen lieben wirst

Viel Kuchen für viele Gäste

Ein Blech ergibt 20 großzügige Stücke, ohne dass du zweimal backen musst. So reicht der Kuchen locker für die Kaffeerunde, das Sommerfest oder das Büro. Und falls etwas übrig bleibt, schmeckt er am nächsten Tag noch immer saftig.

Streusel mit echter Butter

Die Streusel werden mit kalter Butter geknetet und bleiben dadurch schön knusprig. Sie bilden den Gegenpol zu den weichen Marillen darunter. Dieser Wechsel aus knusprig und fruchtig macht jedes Stück interessant.

Fruchtig und nicht zu süß

Die Marillen bringen eine feine Säure mit, die den Zucker im Teig ausgleicht. Dadurch wirkt der Kuchen frisch statt schwer. Auch wer es sonst weniger süß mag, greift hier gern ein zweites Mal zu.

Ohne Springform und Spezialgerät

Du brauchst nur ein Backblech, eine große Schüssel und deine Hände für die Streusel. Der Teig wird gerührt, nicht geschlagen oder geknetet. So gelingt der Kuchen auch ganz ohne viel Backerfahrung.

Gelingt auch Anfängern

Wer zum ersten Mal einen Marillen Kuchen einfach backen möchte, ist hier richtig. Die Schritte sind kurz und die Zutaten überall erhältlich. Es gibt keine Creme, keinen Guss und keinen empfindlichen Biskuit.

Zutaten und wichtige Hinweise

Marillen

Frische Marillen sollten reif duften, aber noch fest sein, sonst zerfallen sie im Ofen. Wachauer Marillen gelten als besonders aromatisch, aber jede sonnengereifte Aprikose aus der Region funktioniert genauso. Aus der Dose geht es auch: Die Früchte gut abtropfen lassen und den Teig dann mit etwas weniger Milch rühren.

Butter in zwei Zuständen

Für den Teig muss die Butter weich sein, damit sie sich mit dem Zucker schaumig rühren lässt. Für die Streusel bleibt sie dagegen kalt, sonst wird aus den Krümeln ein flacher Teig. Nimm die Teig-Butter also rechtzeitig aus dem Kühlschrank und die Streusel-Butter erst ganz zum Schluss.

Mehl und Backpulver

Weizenmehl Type 405 ist der Klassiker, in Österreich greift man oft zur feineren Type 480. Wichtig ist nur, dass das Backpulver gleichmäßig im Mehl verteilt wird. So geht der Teig überall gleichmäßig auf und trägt die vielen Früchte sicher.

Vanillezucker und Salz

Der Vanillezucker steckt im Teig und rundet die Frucht ab, ohne sie zu übertönen. Eine Prise Salz klingt klein, hebt aber die Süße und das Butteraroma deutlich. Wer mag, ersetzt den Vanillezucker durch das Mark einer halben Vanilleschote.

So gelingt Marillen Kuchen Rezept

1

Marillen vorbereiten

Wasche die Marillen gründlich und halbiere sie mit einem kleinen Messer entlang der Naht. Drehe die Hälften gegeneinander und nimm den Stein heraus. Lege die Hälften mit der Schnittfläche nach oben auf ein Brett, damit sie nicht weiter Saft verlieren. Beschädigte oder sehr weiche Früchte sortierst du für ein Kompott aus.

2

Blech und Ofen vorbereiten

Heize den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vor. Lege ein Backblech (etwa 30 × 40 cm) mit Backpapier aus oder fette es dünn ein und bestäube es mit Mehl. So löst sich der Kuchen später sauber und die Stücke bleiben ganz. Stelle das Blech griffbereit neben deine Schüssel.

3

Teig schaumig rühren

Rühre die weiche Butter mit Zucker und Vanillezucker einige Minuten hell und cremig. Gib die Eier einzeln dazu und rühre jedes etwa eine halbe Minute unter. Die Masse soll glatt und luftig aussehen. Kratze zwischendurch den Schüsselrand mit einem Teigschaber ab, damit alles gleichmäßig vermischt wird.

4

Mehl und Milch unterrühren

Mische Mehl, Backpulver und Salz in einer zweiten Schüssel. Rühre die Mehlmischung abwechselnd mit der Milch in zwei bis drei Portionen kurz unter den Teig. Rühre nur so lange, bis kein Mehl mehr zu sehen ist. Zu langes Rühren würde den Kuchen später fest statt locker machen.

5

Teig und Marillen aufs Blech

Streiche den Teig gleichmäßig auf das Blech, bis in alle Ecken. Lege die Marillenhälften mit der Schnittfläche nach oben dicht an dicht auf den Teig. Sie dürfen sich ruhig leicht berühren, denn sie schrumpfen beim Backen etwas. Zwischen den Früchten sollte kaum Teig frei bleiben.

6

Streusel kneten und verteilen

Verknete Mehl, Zucker und Zimt zügig mit der kalten Butter zu groben Krümeln. Arbeite mit den Fingerspitzen, damit die Butter nicht zu warm wird. Verteile die Streusel großzügig über den Marillen. Größere und kleinere Krümel gemischt geben die schönste Oberfläche.

7

Backen und abkühlen

Backe den Kuchen auf mittlerer Schiene etwa 35 bis 40 Minuten, bis die Streusel goldbraun sind. Mache die Stäbchenprobe an einer Stelle ohne Frucht: Bleibt kein Teig kleben, ist er durch. Lasse den Kuchen auf dem Blech abkühlen und bestäube ihn vor dem Servieren mit Puderzucker. Lauwarm schmeckt er besonders gut.

Küchentipp

Drücke die Marillenhälften nur leicht in den Teig, statt sie tief zu versenken. Beim Backen steigt der Teig um die Früchte herum auf und hält sie sicher fest. Zu tief gedrückte Marillen versinken und reißen die Oberfläche beim Anschneiden auf. Leicht angedrückt bleiben sie sichtbar und garen an den Rändern schön weich.

Häufige Fragen

Kann ich den Kuchen auch mit Dosenmarillen backen?

Ja, das funktioniert gut, wenn es keine frischen Früchte gibt. Lasse die Hälften in einem Sieb sehr gut abtropfen, damit der Boden nicht durchweicht. Reduziere die Milch im Teig um etwa zwei Esslöffel, weil Dosenfrüchte mehr Feuchtigkeit mitbringen. Geschmacklich bleiben frische Marillen aber die erste Wahl.

Warum sind die Marillen nach dem Backen so sauer?

Meist waren die Früchte noch nicht reif genug, denn Marillen gewinnen ihre Süße erst am Baum. Wähle Exemplare, die duften und auf leichten Druck nachgeben. Bei etwas säuerlichen Früchten hilft ein Teelöffel Zucker, den du vor dem Backen über die Hälften streust.

Geht der Kuchen auch ohne Streusel?

Ja, der Blechkuchen schmeckt auch pur mit Puderzucker sehr gut. Ohne Streusel wird er etwas weicher und fruchtiger im Biss. Die Backzeit bleibt gleich, nur die Oberfläche bräunt weniger stark. Wer Knusper mag, streut stattdessen Mandelblättchen über den Teig.

Wie weiß ich, dass der Kuchen fertig ist?

Die Streusel sollten goldbraun sein und der Teigrand sich leicht vom Blech lösen. Stich mit einem Holzstäbchen zwischen zwei Früchten in den Teig. Kommt es sauber heraus, ist der Kuchen durch. An der Frucht selbst bleibt immer etwas Saft kleben, das zählt nicht.

Kann ich den Marillenkuchen einfrieren?

Ja, am besten stückweise und gut verpackt, damit die Streusel nicht zerdrückt werden. Im Gefrierfach hält er sich etwa drei Monate. Taue die Stücke bei Zimmertemperatur auf und backe sie kurz bei 150 °C auf, dann werden die Streusel wieder knusprig.

Aufbewahren und Aufwärmen

Im Kühlschrank

Abgedeckt bleibt der Kuchen im Kühlschrank drei Tage frisch. Die Streusel werden dort etwas weicher, der Teig bleibt aber saftig. Nimm die Stücke eine halbe Stunde vor dem Servieren heraus, dann schmeckt die Butter wieder richtig durch.

Einfrieren

Friere die Stücke einzeln auf einem Brett vor und verpacke sie dann in Dosen oder Beutel. So kleben sie nicht zusammen und du kannst einzelne Portionen entnehmen. Haltbar sind sie etwa drei Monate.

Aufwärmen

Im Ofen bei 150 °C werden die Stücke in acht bis zehn Minuten wieder warm und die Streusel knusprig. Die Mikrowelle macht den Teig weich, die Streusel aber leider matschig. Lauwarm vom Blech schmeckt der Kuchen ohnehin am besten.

Variationen

Mit Mandelstreuseln

Ersetze 50 Gramm des Streusel-Mehls durch gemahlene Mandeln. Die Streusel werden dadurch nussiger und bräunen etwas dunkler. Ein Tropfen Bittermandelaroma im Teig verstärkt den Effekt, ist aber kein Muss.

Mit Quarkschicht

Rühre 250 Gramm Magerquark mit einem Ei, zwei Esslöffeln Zucker und etwas Zitronenabrieb glatt. Streiche die Creme auf den Teig, bevor die Marillen daraufkommen. Das Ergebnis wird cremiger und erinnert an einen Käsekuchen mit Frucht.

Als Zwetschgenkuchen

Im Spätsommer ersetzen Zwetschgen oder Pflaumen die Marillen eins zu eins. Entsteine sie und lege sie ebenfalls mit der Schnittfläche nach oben. Die Streusel bleiben gleich, nur ein halber Teelöffel Zimt mehr passt gut zum herberen Obst.

In der Springform

Für die kleine Runde halbierst du alle Mengen und bäckst in einer Springform von 26 Zentimetern. Die Backzeit verkürzt sich auf etwa 30 Minuten. Aus dem Blechkuchen wird so ein runder Kuchen für den Sonntagskaffee.

Was passt dazu?

Klassisch kommt der Marillenkuchen mit einem Klecks Schlagsahne auf den Tisch. Auch eine Kugel Vanilleeis schmilzt wunderbar in die warmen Früchte hinein. In der Wachau trinkt man dazu gern einen starken Kaffee oder besucht gleich den nächsten Heurigen. Für Kinder passt ein Glas kalte Milch oder ein selbst gemachter Eistee dazu.

Wer das Streuselprinzip einmal verstanden hat, kann es durch das ganze Jahr tragen. Im Frühling übernimmt unser Rhabarberkuchen mit Streusel Rezept mit seiner frischen Säure dieselbe Rolle auf der Kaffeetafel. Beide Kuchen stehen für ehrliche Blechküche ohne viel Aufwand. So gibt es zu jeder Jahreszeit einen passenden Obstkuchen.

Gut zu wissen

Die Marillensaison ist kurz: In der Wachau werden die Früchte meist im Juli und August geerntet. Die Wachauer Marille ist als Herkunft geschützt und für ihr feines Aroma bekannt. Außerhalb der Saison musst du aber nicht verzichten, denn unser Kuchen mit Mandarinen zeigt, wie Blechkuchen auch mit Dosenfrüchten gelingt. Frisch vom Baum bleibt die Marille trotzdem unschlagbar.

Wer noch mehr Hintergrundwissen sucht, wird hier fündig. Wachauer Marille erklärt erklärt das Thema ausführlich und Schritt für Schritt. Damit gelingt das Rezept garantiert.

Marillen Kuchen Rezept

Österreichischer Blechkuchen mit saftigem Rührteig, halbierten Marillen und knusprigen Butterstreuseln. Ergibt 20 Stücke und schmeckt lauwarm mit Sahne am besten.


Vorbereitung
25 Minuten
Garzeit
40 Minuten
Gesamtzeit
1 Stunde 5 Minuten
Portionen
20

Zutaten

Menge:


  • 250 g weiche Butter
  • 200 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 4 Eier (Größe M)
  • 350 g Mehl (Type 405)
  • 3 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 100 ml Milch
  • 800 g Marillen (Aprikosen)
  • 150 g Mehl (für die Streusel)
  • 100 g kalte Butter (für die Streusel)
  • 80 g Zucker (für die Streusel)
  • 1 TL Zimt (für die Streusel)
  • Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung

  1. Marillen waschen, halbieren und entsteinen, Schnittfläche nach oben legen.
  2. Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen, Blech (30 × 40 cm) mit Backpapier auslegen.
  3. Butter mit Zucker und Vanillezucker schaumig rühren, Eier einzeln unterrühren.
  4. Mehl, Backpulver und Salz abwechselnd mit der Milch kurz unterrühren.
  5. Teig aufs Blech streichen und die Marillenhälften dicht an dicht darauflegen.
  6. Mehl, Zucker, Zimt und kalte Butter zu Streuseln verkneten und darüber verteilen.
  7. 35 bis 40 Minuten backen, abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Hinweise

Die Marillen unbedingt mit der Schnittfläche nach oben legen, damit der Saft in den Teig zieht. Kalte Butter für die Streusel nicht durch warme ersetzen, sonst werden sie nicht knusprig.

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