Herbstlicher Kuchen Rezept – mit Zwetschgen & Nuss

Herbstkuchen

Dieser herbstliche Kuchen ist für mich der Geschmack von goldenen Nachmittagen: saftige Zwetschgen auf einem nussigen Rührteig, dazu eine Prise Zimt, die beim Backen durch die ganze Küche zieht. Er wird auf dem Blech gebacken, reicht also für die ganze Familie und ein paar Nachbarn dazu. Die Zwetschgen sinken leicht in den Teig ein und karamellisieren an den Rändern. Ein kleiner Trick entscheidet darüber, ob der Boden schön saftig statt matschig wird.


Herbstlicher Zwetschgen-Nuss-Kuchen vom Blech

Wenn auf dem Markt die ersten Zwetschgen liegen, weiß ich, dass die Backsaison im Herbst offiziell eröffnet ist. Dieser Blechkuchen ist dann mein erstes Projekt, weil er alles vereint, was ich an der Jahreszeit liebe: dunkles Obst, geröstete Nüsse und warme Gewürze. Der Teig ist ein einfacher Rührteig mit gemahlenen Haselnüssen, der dadurch viel mehr Aroma hat als ein heller Standardteig. Am liebsten essen wir ihn noch lauwarm direkt vom Blech.

Ich backe bewusst nach Saison, und der Herbst gibt einfach so viel her, dass einem die Ideen nicht ausgehen. Im Frühjahr ist unser Rhabarberkuchen mit Streusel Rezept der Star, im Herbst übernimmt dieser Zwetschgen-Nuss-Kuchen das Blech. Er ist bodenständig, braucht keine exotischen Zutaten und verzeiht auch Backanfängern kleine Fehler. Genau solche Rezepte sind es, die bei uns Jahr für Jahr wieder auf den Tisch kommen.

Wichtig ist bei Obstkuchen vom Blech vor allem der Umgang mit dem Fruchtsaft. Zwetschgen geben beim Backen Saft ab, der den Boden weich machen kann, wenn der Teig zu dünn ist. Mein Teig ist deshalb etwas kompakter und die Früchte kommen mit der Schnittfläche nach oben auf den Teig. So bleibt der Boden stabil und die Zwetschgen bekommen eine fast marmeladige Oberfläche.

Warum dieser Blechkuchen nach Herbst schmeckt

Echtes Saisonobst

Reife Zwetschgen aus dem Herbst haben das beste Aroma des ganzen Jahres. Sie werden im Ofen süß, weich und leicht karamellig.

Haselnuss im Teig

Gemahlene Haselnüsse machen den Rührteig nussig und saftig. Sie passen perfekt zu Zwetschgen und Zimt.

Ein Blech für viele

Der Kuchen ergibt rund 20 Stücke und ist ideal für Familie, Büro oder den Kuchenbasar. Reste lassen sich wunderbar einfrieren.

Zimtzucker-Kruste

Eine dünne Schicht Zimtzucker vor dem Backen gibt eine feine, duftende Kruste. Sie knistert leicht beim Anschneiden.

Ohne Firlefanz

Keine Glasur, keine Creme, keine schwierigen Schritte. Nur ein ehrlicher Kuchen, der durch gute Zutaten überzeugt.

Zutaten und wichtige Hinweise

Zwetschgen

Zwetschgen sind fester und weniger wässrig als runde Pflaumen, darum eignen sie sich perfekt für Blechkuchen. Sie sollten reif, aber nicht überreif sein, dann behalten sie beim Backen ihre Form. Halbiere sie und entferne den Stein, die Schnittfläche zeigt beim Belegen nach oben.

Gemahlene Haselnüsse

Die Nüsse ersetzen einen Teil des Mehls und machen den Teig aromatisch und feucht. Wer mag, röstet sie vorher kurz in einer trockenen Pfanne, das verstärkt den Nussgeschmack deutlich. Bei einer Nussallergie ersetzt du sie einfach durch dieselbe Menge Mehl plus einen Löffel Grieß.

Brauner Zucker

Brauner Zucker gibt dem Kuchen eine leichte Karamellnote, die gut zu den Zwetschgen passt. Normaler weißer Zucker geht genauso, der Kuchen wird dann etwas heller. Ein Teil des Zuckers wandert mit Zimt als Kruste obenauf.

Zimt

Zwei Teelöffel gehören in den Teig, ein weiterer in die Kruste obendrauf. Guter Ceylon-Zimt schmeckt feiner und weniger scharf als Cassia-Zimt. Wer es würziger mag, gibt noch eine Prise gemahlene Nelke dazu.

So gelingt Herbstlicher Kuchen Rezept

1

Blech und Ofen vorbereiten

Heize den Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor. Lege ein Backblech von etwa 30 mal 40 Zentimetern mit Backpapier aus oder fette es gut ein. Ein Blech mit hohem Rand ist ideal, falls die Zwetschgen viel Saft ziehen.

2

Zwetschgen entsteinen

Wasche die Zwetschgen, halbiere sie der Länge nach und entferne die Steine. Lege die Hälften mit der Schnittfläche nach oben auf ein Brett, so bleiben sie bis zum Belegen frisch. Zu nasse Früchte tupfst du kurz mit Küchenpapier trocken.

3

Butter und Zucker cremig schlagen

Schlage die weiche Butter mit dem braunen Zucker und dem Vanillezucker etwa drei Minuten hell und cremig. Rühre die Eier einzeln unter und nimm dir für jedes Ei etwa eine halbe Minute Zeit. So verbindet sich alles zu einer glatten, stabilen Masse.

4

Trockene Zutaten und Milch unterrühren

Mische Mehl, gemahlene Haselnüsse, Backpulver, zwei Teelöffel Zimt und die Prise Salz. Rühre diese Mischung abwechselnd mit der Milch nur kurz unter den Teig. Der Teig ist jetzt eher fest und streichfähig, genau richtig für Obst vom Blech.

5

Teig verstreichen und belegen

Streiche den Teig gleichmäßig auf das Blech und ziehe ihn bis in die Ecken. Lege die Zwetschgenhälften dicht an dicht mit der Schnittfläche nach oben darauf und drücke sie nur leicht an. Sie dürfen sich ruhig berühren, im Ofen schrumpfen sie etwas zusammen.

6

Zimtzucker streuen und backen

Vermische die zwei Esslöffel Zucker mit dem restlichen Teelöffel Zimt und streue alles über die Zwetschgen. Backe den Kuchen etwa 40 Minuten, bis der Teig zwischen den Früchten goldbraun ist und sich fest anfühlt. Lass ihn auf dem Blech auskühlen und schneide ihn dann in großzügige Stücke.

Küchentipp

Ein Esslöffel Semmelbrösel oder Grieß auf dem Teig, bevor die Zwetschgen darauf kommen, saugt überschüssigen Fruchtsaft auf. So bleibt der Boden auch bei sehr saftigen Früchten schön stabil. Diesen alten Trick hat schon meine Großmutter bei jedem Obstkuchen angewendet.

Häufige Fragen

Kann ich statt Zwetschgen auch runde Pflaumen nehmen?

Ja, das geht, aber runde Pflaumen sind saftiger und der Boden wird weicher. Lass die Pflaumenhälften nach dem Schneiden zehn Minuten auf Küchenpapier abtropfen. Der Grieß-Trick aus dem Küchentipp hilft hier besonders gut.

Warum sinken meine Zwetschgen in den Teig ein?

Ein leichtes Einsinken ist normal und sieht sogar hübsch aus. Sinken die Früchte komplett auf den Boden, war der Teig zu weich oder die Früchte zu schwer geschnitten. Halbiere große Zwetschgen einfach noch einmal der Länge nach.

Kann ich den Kuchen mit gefrorenen Zwetschgen backen?

Ja, gefrorene Zwetschgenhälften funktionieren gut, wenn du sie vorher auftauen und abtropfen lässt. Lege sie nicht gefroren auf den Teig, sonst wird er durch das Tauwasser matschig. Plane dafür etwa 30 Minuten extra ein.

Welche Nüsse passen, wenn ich keine Haselnüsse mag?

Gemahlene Mandeln sind die einfachste Alternative und schmecken etwas milder. Auch Walnüsse passen wunderbar in den Herbst und geben ein kräftigeres Aroma. Die Menge bleibt bei allen Varianten gleich bei 200 Gramm.

Wie lange bleibt der Kuchen saftig?

Unter einer Glocke bleibt er bei Zimmertemperatur drei Tage wunderbar saftig. Der Fruchtsaft zieht sogar noch in den Teig ein und macht ihn von Tag zu Tag aromatischer. Am zweiten Tag schmeckt er vielen sogar am besten.

Aufbewahren und Aufwärmen

Im Kühlschrank

Abgedeckt hält der Kuchen im Kühlschrank vier bis fünf Tage frisch. Wegen des Obstes gehört er nach dem zweiten Tag besser in die Kühlung. Nimm die Stücke vor dem Essen kurz heraus, lauwarm schmeckt er am aromatischsten.

Einfrieren

Die Stücke lassen sich einzeln verpackt bis zu drei Monate einfrieren. Lege Backpapier zwischen die Stücke, damit sie nicht zusammenkleben. Zum Auftauen kommen sie einfach über Nacht in den Kühlschrank.

Aufwärmen

Zehn Minuten bei 150 Grad im Ofen machen den Kuchen wieder wie frisch gebacken. Die Zimtzucker-Kruste wird dabei sogar noch einmal leicht knusprig. In der Mikrowelle wird er zwar warm, aber die Kruste weicht auf.

Variationen

Apfel-Walnuss-Version

Ersetze die Zwetschgen durch 600 Gramm Apfelspalten und die Haselnüsse durch gemahlene Walnüsse. Ein halber Teelöffel mehr Zimt passt dann besonders gut. Diese Version gelingt auch noch, wenn die Zwetschgenzeit schon vorbei ist.

Mit Streuseln obendrauf

Aus 100 Gramm Mehl, 60 Gramm Butter und 50 Gramm Zucker knetest du schnelle Streusel. Verteile sie vor dem Backen über den Zwetschgen, der Zimtzucker kann dann wegfallen. So wird aus dem Blechkuchen ein richtiger Streuselkuchen.

Birne und Schokolade

Mit Birnenspalten statt Zwetschgen und 80 Gramm Schokotropfen im Teig wird der Kuchen deutlich süßer und dessertartiger. Die Nüsse kannst du in dieser Version auf 150 Gramm reduzieren. Kinder mögen diese Variante besonders gern.

Wenn es draußen kalt wird

Sobald die Adventszeit naht, wird es bei uns gemütlich und der Ofen läuft fast täglich. Unser Spekulatius Kuchen ohne Backen Rezept ist dann die schnelle Alternative, wenn der Ofen mal belegt ist. Beide Kuchen zusammen decken die ganze kalte Jahreszeit geschmacklich ab.

Gut zu wissen

Zwetschgen haben ihre Hauptsaison von August bis Oktober, und genau in dieser Zeit schmecken sie am aromatischsten. Späte Sorten sind oft besonders süß und dunkel, sie eignen sich für diesen Kuchen am besten. Wer das ganze Jahr über saisonal backen möchte, findet bei unserem herbstlichen Kuchen noch mehr Ideen rund um Äpfel, Birnen und Nüsse. Kaufe die Zwetschgen am besten ein bis zwei Tage vor dem Backen, dann sind sie perfekt reif.

Mehr Details und Varianten gefällig? Hier: Pflaume oder Zwetschge fasst alles Wissenswerte zusammen. Ideal, wenn du tiefer einsteigen möchtest.

Was passt dazu?

Ein Klecks leicht geschlagene Sahne mit einer Prise Zimt ist die klassische Begleitung zu diesem warmen Obstkuchen. Auch eine Kugel Walnusseis oder Vanilleeis passt wunderbar, wenn der Kuchen als Dessert serviert wird. Zum Kaffee am Nachmittag reicht er pur, höchstens mit etwas Puderzucker bestäubt. Bei uns kommt dazu ein schwarzer Tee mit einem Schuss Milch auf den Tisch, das ist Herbst für mich. Und wer es herzhaft-süß mag, probiert ein Stück mit einem dünnen Aufstrich aus gesalzener Butter.

Herbstlicher Kuchen Rezept

Blechkuchen mit saftigen Zwetschgen, gemahlenen Haselnüssen und Zimtzucker-Kruste. Bodenständig, saisonal und für viele Gäste gemacht.


Vorbereitung
25 Minuten
Garzeit
40 Minuten
Gesamtzeit
1 Stunde 5 Minuten
Portionen
20

Zutaten

Menge:


  • 500 g Zwetschgen (halbiert und entsteint)
  • 350 g Mehl
  • 200 g gemahlene Haselnüsse
  • 3 TL Backpulver
  • 3 TL Zimt (geteilt: 2 TL Teig, 1 TL Kruste)
  • 1 Prise Salz
  • 250 g weiche Butter
  • 200 g brauner Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 5 Eier (Zimmertemperatur)
  • 150 ml Milch
  • 2 EL Zucker (für die Zimtkruste)

Zubereitung

  1. Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Blech (30 × 40 cm) mit Backpapier auslegen.
  2. Zwetschgen waschen, halbieren und entsteinen.
  3. Butter mit braunem Zucker und Vanillezucker cremig schlagen, Eier einzeln unterrühren.
  4. Mehl, Haselnüsse, Backpulver, 2 TL Zimt und Salz mischen und abwechselnd mit der Milch kurz unterrühren.
  5. Teig gleichmäßig auf das Blech streichen und die Zwetschgen mit der Schnittfläche nach oben dicht darauflegen.
  6. 2 EL Zucker mit 1 TL Zimt mischen, über die Früchte streuen und den Kuchen etwa 40 Minuten goldbraun backen.
  7. Auf dem Blech auskühlen lassen und in Stücke schneiden.

Hinweise

Ein Esslöffel Grieß auf dem Teig saugt überschüssigen Fruchtsaft auf und hält den Boden stabil. Die Zwetschgen immer mit der Schnittfläche nach oben legen, so karamellisieren sie schön.

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